Stammdaten automatisiert verbessern mit Künstlicher Intelligenz

Die strategische Bedeutung von Stammdaten 

Stammdaten bilden das Fundament verlässlicher betrieblicher Auswertungen und Entscheidungen. Ob Kunden-, Artikel-, Lieferanten- oder Personaldaten: Die Belastbarkeit von Kennzahlen, Berichten und Prognosen hängt direkt von ihrer Qualität ab – in agilen KMU genauso wie in komplexen Konzernstrukturen. 

Typische Herausforderungen in der Praxis 

In historisch gewachsenen Systemen, die über Jahre hinweg von unterschiedlichen Personen gepflegt wurden, treten regelmäßig typische Qualitätsmängel auf: 

  • Inkonsistenzen: Uneinheitliche Formate, Schreibweisen und nicht standardisierte Einheiten. 
  • Lücken: Unvollständige Datensätze und fehlende Attribute. 
  • Strukturbrüche: Veränderte Datenstrukturen (z. B. bei externen Lieferantenkatalogen), die herkömmliche regelbasierte Schnittstellen überfordern. 

Die manuelle Bereinigung bindet erhebliche personelle Ressourcen. In Data-Analytics- und Machine-Learning-Projekten entfallen oft bis zu 80 % des gesamten Projektaufwands allein auf die Aufbereitung und Bereinigung der Quelldaten. 

KI-gestützter Lösungsansatz: Agentische Sprachmodelle 

Viele unvollständige oder fehlerhafte Einträge lassen sich direkt aus dem Kontext verbessern – etwa aus benachbarten Feldern desselben Datensatzes, ähnlichen Einträgen oder fachspezifischem Domänenwissen. Ein agentischer Ansatz auf Basis moderner Sprachmodelle (LLMs) automatisiert diesen Prozess anhand klarer Leitplanken: 

  • Strenge Quellenhierarchie: Was sich schrittweise aus den eigenen Primärdaten logisch ableiten lässt, wird strukturiert verbessert statt geschätzt. 
  • Volle Nachvollziehbarkeit: Jede Ergänzung oder Korrektur wird auditierbar dokumentiert – eine zentrale Voraussetzung für Compliance und Data Governance. 
  • Human-in-the-Loop: Mehrdeutige oder unsichere Fälle werden automatisch zur Prüfung an Fachexpert:innen übergeben. 

Workshop: Bessere Stammdaten durch KI: Bereinigen, standardisieren, anreichern

In einem praxisorientierten Workshop demonstrieren Expert:innen von Fraunhofer Austria anhand eines interaktiven Demonstrators, wie sich dieser KI-gestützte Ansatz konkret implementieren lässt. Beleuchtet werden der Aufbau einer belastbaren Quellenhierarchie, der systematische Umgang mit widersprüchlichen Datensätzen sowie die technischen und methodischen Grenzen der Automatisierung. 

  • Nächster Termin: 05.11.2026, 9:00-12:00 Uhr
  • Ort: Wirtschaftskammer Tirol, Wilhelm-Greil-Straße 7, 6020 Innsbruck 
  • Format: Fachworkshop mit Live-Demonstration und anschließendem Erfahrungsaustausch zu individuellen Datenstrukturen 

Melden Sie sich jetzt zum Workshop an, um zu erfahren, wie sich Qualitätsmängel in Ihren Stammdaten zielgerichtet und ressourcenschonend beheben lassen.

Autorin: Christina Schwaiger, Fraunhofer Austria
Bild: © KI-generiert