Praktische Anwendungsbeispiele im DIH West

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Vor solchen und ähnlichen Herausforderungen könnten heimische KMU in diesem Augenblick stehen – beispielhafte Szenarien zeigen, wie der DIH West anlässlich ihrer Fragestellungen zu Know-how, Netzwerk und schließlich Vorsprung verhilft.

KMU-Challenge Cyber Security

Die Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens weiß, dass sie im Bereich Cyber Security etwas unternehmen sollte. Ihr fehlt eine gute Übersicht darüber, ob und welche Schwachstellen die IT-Infrastruktur ihres Unternehmens hat und welche Schäden, z.B. durch den Verlust von Daten oder den Ausfall von IT-Systemen, daraus erwachsen können. Vor Start einer internen Security-Initiative besucht ein Mitglied des ManagementTeams die Basis-Schulung Informationssicherheit und Risikomanagement des DIH-West an der Universität Innsbruck. Die Schulung erfolgt in einer digital gestützten Lernumgebung, in der KMU-nahe Fallstudien durchgespielt werden. Das Unternehmen kann nun seine Defizite besser einschätzen und identifiziert ein großes Security Risiko aufgrund des mangelhaft geschützten Intranets. Ein Mitarbeiter des Systemadministratoren-Teams besucht in Folge das Cyber Range Training an der FH Vorarlberg und lernt dort, Angriffe auf Netzwerkebene zu erkennen, abzuwehren und durch geeignete Schutzmaßnahmen zu erschweren.

KMU-Challenge Virtual Reality im Tourismus

Ein Tourismusbetrieb interessiert sich dafür, Technologien wie Virtual oder Augmented Reality zur Bereicherung des Gästeerlebnisses einzusetzen. Eine Anschaffung der Geräte wäre zwar leicht, aber die Abschätzung des Aufwands zur Erstellung und langfristigen Pflege geeigneter Inhalte stellt eine Herausforderung dar. Eine Mitarbeiterin aus der Geschäftsführung besucht den Weiterbildungs-Workshop Virtual Reality im Tourismus an der FH Salzburg. Dort erhält sie einen Überblick über mögliche Anwendungsszenarien und wie sie umgesetzt werden, und kann dort Anwendungen selbst testen und erleben. Die Mitarbeiterin entwickelt eine Idee, ist sich aber immer noch unsicher, ob die Umsetzung für ihren Betrieb machbar ist und ob sie für die Gäste interessant ist. Sie nimmt wieder Kontakt zum Leiter des Workshops auf. Im Rahmen eines vom Land geförderten Initiativprojektes erstellt eine Mitarbeiterin der FH Salzburg einen Prototyp. Dieser kommt bei den Pilot-Gästen so gut an, dass der Betrieb nun in eine Umsetzung für alle Gäste investiert.

KMU-Challenge Künstliche Intelligenz in der Produktion

Ein international tätiges Unternehmen, das technische Geräte produziert, ist seit Jahrzehnten Innovationsführer auf diesem Gebiet. Digitalisierung ist fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Der Geschäftsführer plant, seine Geräte mit vernetzten Sensoren auszustatten, um damit seinen Kunden weitere attraktive Dienstleistungen anzubieten. Seine Kunden könnten z.B. substantiell Kosten sparen, wenn ein technischer Defekt durch intelligente Datenanalysen erkannt werden könnte, bevor das Gerät ausfällt. Er zögert aber, die notwendigen hohen Investitionen anzugehen, da das Geschäftsmodell unklar ist und es unsicher ist, ob Defekte tatsächlich ausreichend zuverlässig aus den Daten vorhergesagt werden können. Als Mechatronik-Unternehmen hat er noch zu wenig Software und Daten Know-how im Betrieb, um diese Fragen intern klären zu können. Er schließt sich den Arbeitsgruppen Softwarebasierte Innovation und Digitale Zwillinge des DIH West an. Er diskutiert dort mit Experten aus Software Engineering, Data Analytics und Produktion, und mit Unternehmen, die an ähnlichen Fragestellungen arbeiten. Um ein besseres Gefühl für das Potential von Daten zu bekommen, besucht er den online durchgeführten Workshop Data Science für Unternehmen von Fraunhofer Austria IZT. Einen Einstieg in das Thema digitale Geschäftsmodelle bekommt er durch Besuche von Workshops an der Universität Innsbruck und am MCI. Er ist sich jetzt sicher, dass er ein Datenprodukt am Markt anbieten möchte, weiß aber durch erste Analysen auch, dass die Entwicklung des Prognosemodells mit Herausforderungen verbunden sein wird. Er kontaktiert die Experten aus den Arbeitsgruppen, und reicht zusammen mit den beteiligten Hochschulen ein zweijähriges Forschungsprojekt bei der FFG ein.

Zu den angesprochenen Workshops geht es hier.