Die innovativsten Ideen für den Tourismus in Westösterreich wurden ausgezeichnet

Foto: Unsplash/ Andreas Steger

Wettbewerb zum digitalen Tourismus auf Open Innovation Salzburg:

Am 10. November wurden beim 4. Open Innovation Talk die Gewinnerinnen und Gewinner des Open Innovation Salzburg Ideenwettbewerbs „Tourismus digital denken“ gekürt. Die ausgezeichneten Ideen sind vielfältig und reichen von Audioübertragungen via Smartphone für Touristenführungen über eine Plattform für die Verbindung von Studierenden mit der Tourismusbranche bis hin zu einer flexiblen digitalen Vignette für Touristinnen und Touristen.

Digitalisierung ist in vielen Bereichen längst überfällig, das haben auch die vergangenen Monate mit der Covid-19-Pandemie gezeigt. Als eine der größten Wirtschaftsbranchen in Westösterreich ist der Tourismus besonders stark davon betroffen und steht vor neuen Herausforderungen. Deshalb hat sich der erste bundesländerübergreifende Ideenwettbewerb auf der Crowdsourcing-Plattform Open Innovation Salzburg mit der Frage beschäftigt, welche digitalen Innovationen im Tourismus in Westösterreich möglich sind.

„Der Tourismus durchlebt derzeit eine schwierige Phase, in der Innovation und Ideenreichtum gefragt sind. Wir haben diesen Wettbewerb ins Leben gerufen, um digitale Lösungen zu finden, die neue Erlebnisse schaffen und die dabei helfen, den Urlaub sicher zu gestalten. Außerdem haben wir die Frage gestellt, wie Digitalisierung die Arbeitswelten im Tourismus verändern kann. Dabei haben wir viele spannende und kreative Einreichungen bekommen“, so Walter Haas, Geschäftsführer des ITG – Innovationsservice für Salzburg, Leadpartner bei Open Innovation Salzburg und Auftraggeber des Ideenwettbewerbs gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern des DIH West.

Der Wettbewerb, der von 16. Juli bis 14. September stattfand, erlangte 79 Ideeneinreichungen. Diese Ideen wurden in einer zweiwöchigen Votingphase durch die Community-Mitglieder bewertet. Die besten Ideen aus dieser Phase schafften es in die Jurybewertung. Die Fachjury achtete besonders auf Originalität, Ideennutzen und -reichweite, Nachhaltigkeit sowie Umsetzbarkeit. „Die Ideeneinreichungen waren dieses Mal sehr heterogen: von sehr ausgereiften Innovationen und Konzepten bis hin zu sehr knapp skizzierten Ideen. Diesen Wettbewerb hat ausgezeichnet, dass viele Userinnen und User sich mit sehr vielen Ideen und Kommentaren beteiligt haben. Das hat uns natürlich besonders gefreut“, so Katja Hutter, Jurymitglied und Professorin für Innovation und Entrepreneurship an der Universität Innsbruck.

 

Auf das Siegerpodest haben es diese drei Ideen geschafft:

  • 1. Platz: Verkehrssteuerung durch eine flexible digitale Vignette
  • 2. Platz: talentscoutt PRO – Fachkräftemangel aus einer anderen Perspektive
  • 3. Platz: Audioübertragung via Smartphone für Touristenführungen und Events

Eine flexible digitale Vignette als Siegeridee

Die Siegeridee überzeugte die Jury durch die Einfachheit und Effektivität. Sie kommt von Frank Dobbert, einem der aktivsten Community-Mitglieder auf der Plattform, und beinhaltet eine Autobahnvignette, die einen flexiblen Preis je nach Anforderungen hat. Damit soll auf die Verkehrsstaus und Straßensperren während der Hochzeiten des Tourismus im Sommer reagiert werden. So kann man sich beispielsweise vor der Reise nach Westösterreich den Preis der Vignette auf Basis des Tages, der Uhrzeit, der Strecke oder der Auslastung berechnen lassen. Die Vignette wird digital ausgestellt und gilt im ausgewählten Zeitraum. Mit dieser Lösung können Besuchs- und Transitströme besser vorhergesagt und geplant werden. „Aus meiner Sicht kombiniert die Gewinneridee den Auftrag des Wettbewerbs sehr gut mit einer der großen Herausforderungen im Tourismus: der Verkehrsproblematik. Sollten daher Ansätze aus dieser Idee in die Realität übertragbar sein, könnte dies zu einer Entlastung der Straßen beitragen, was wiederum nicht nur den Touristen selbst, sondern auch der einheimischen Bevölkerung zugutekommt“, sagt Michael Bischof, Jurymitglied von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität über die Siegeridee.

Der österreichaffine Berliner ist bereits seit vielen Jahren auf diversen Crowdsourcing-Plattformen unterwegs. „Ich habe viele Ideen und tüftle gerne. Es bereitet viel Spaß, bei diesen Wettbewerben mitzumachen“, so Dobbert. Als Hauptpreis winken ihm damit Tickets für das FAQ Bregenzerwald-Gesellschaftsforum 2021 inklusive Übernachtungen für zwei Personen, gesponsert von der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH und Vorarlberg Tourismus GmbH.

 

Smartphone-Guide und Mentoring-Plattform für den Tourismus auf den Plätzen 2 und 3

Auf den zweiten Platz hat es die Idee talentscoutt PRO geschafft, die von David Plaseller entwickelt wurde. Diese ist eine Plattform für Studierende in der Tourismusbranche, die wie ein Mentoring-Programm funktioniert. Dadurch können Studierende die Branche besser kennenlernen, sich untereinander austauschen und über eine Börse mögliche Lehr- oder Praktikumsstellen weltweit finden. Plaseller möchte sich damit dem Problem der Fluktuation bei Arbeitsstellen und dem negativ behafteten Image des Tourismus stellen. „Ich bin überwältigt und sehr positiv gestimmt, diese Idee nun umzusetzen“, kommentiert Plaseller seinen Gewinn. Er darf sich über zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem 4-Sterne-Hotel nach Wahl in Krimml – gesponsert vom Tourismusverband Krimml/Hochkrimml – freuen.

Den dritten Platz hat eine Idee erreicht, die eine Antwort auf die Schwierigkeiten bei Touristenführungen in Zeiten von Abstandsregeln ist. Mit seiner App LiveVoice hat Johannes Wigand bereits den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ein Startup gegründet. Die Idee dahinter: Über die App wird das Gesprochene der Guides oder Vortragenden bei Events direkt auf das Smartphone übertragen. So kann jederzeit mit den Kopfhörern mitgehört werden, ohne sich Sorgen zu machen, dass man aufgrund von Masken oder großem Abstand nichts versteht. Eine geplante Weiterentwicklung ist die Möglichkeit zu verschiedenen Sprachkanälen, sodass die Übertragung bei mehrsprachigen Events auch funktioniert. Mit dieser Idee gewinnt Wigand eine Canyoning Collegetour für zwei Personen inklusive Eintritt in die Water Area der AREA 47 (auch Sponsor) in Tirol.

 

Der Digital Innovation Hub West (DIH West)

Auftraggeber von „Tourismus digital denken“ ist der kürzlich neu geschaffene DIH West. Der Digital Innovation Hub ist ein Zusammenschluss von acht Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, der drei Standortagenturen – darunter auch das ITG – Innovationsservice für Salzburg – sowie Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Gefördert wird der DIH West im Rahmen des FFG-Programms „Digital Innovation Hubs in Österreich“ vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

 

Open Innovation: Die Ideenfindung von heute

Bei der offenen Innovation werden Ideen nicht nur innerhalb eines Betriebes gefunden, sondern es werden von Anfang an Kundinnen und Kunden, Anwenderinnen und Anwender oder interessierte Personen in den Innovationsprozess eingebunden. Gemeinsam tragen die unterschiedlichsten Ideengeber/innen mit ihrem umfangreichen Wissen und ihren Erfahrungen zur Entstehung von neuen Lösungen bei. So werden Produkte entwickelt, die näher an die Kund/innenenvorstellungen angelehnt sind und dadurch größeren Erfolg am Markt haben. Digitale Crowdsourcing-Plattformen garantieren, dass Menschen an jedem Ort und zu jeder Uhrzeit am Projekt arbeiten können.

 

Weiterer Ideenwettbewerb „ZukunftsMobilität“

Seit Launch der Crowdsourcing-Plattform Open Innovation Salzburg letztes Jahr haben sich über 900 Userinnen und User registriert. Laufend werden neue Ideenwettbewerbe zu unterschiedlichen Themenfeldern – alle mit Salzburgbezug – angeboten. Zurzeit läuft noch der Wettbewerb „ZukunftsMobilität“, bei dem Ideen zu Mobilitätsalternativen im Salzburger Seenland auf www.openinnovation-salzburg.at eingereicht werden können. Hinter der Plattform Open Innovation Salzburg steht ein Konsortium aus kompetenten Partnern: ITG – Innovationsservice für Salzburg, Salzburg Research, Fachhochschule Salzburg, Privatuniversität Schloss Seeburg, Universität Salzburg und Land Salzburg.

 

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