5 Mythen des Innovationsmanagements – Teil 5

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Wie können wir als Unternehmen unsere Innovationsfähigkeit stärken? Diese Frage stellen sich, gerade im Kontext der Digitalisierung, viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Um KMU bei der Verbesserung ihrer Innovationsfähigkeit zu unterstützen, möchten wir in einigen kurzen Beiträgen den gängigsten Mythen rund um das Thema Innovationsmanagement auf den Grund gehen.

Im vorangegangenen Teil dieser Beitragsserie haben wir uns dem Innovations-Mythos „Nur Genies sind kreativ“ gestellt. Gerade für KMU ist es wichtig zu wissen, dass jedes Team durch unterschiedliche Ansätze auf Unternehmensebene sowie individuelle Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen innovativer und kreativer werden kann.

 

Mythos 5: “Innovation ist Glückssache”

Viele erfolgreiche Produkte basieren auf Zufall oder Glück, wie beispielsweise Penicillin, Viagra, Tesafilm, die Mikrowelle oder Vaseline – um nur einige zu nennen. Angesichts solcher Beispiele, in denen entweder ein vermeintlicher Misserfolg oder einfach eine glückliche Fügung Ausgangspunkt des Innovationserfolgs ist, kann man durchaus die Frage in den Raum stellen, inwieweit Innovation im Unternehmen tatsächlich geplant und gesteuert werden kann.

Doch hierbei wird gerne übersehen, dass all diese Zufälle und Glücksfälle eines gemeinsam haben: Sie sind nicht einfach „passiert“, sondern wurden erst durch die kontinuierlichen und systematischen Innovationsaktivitäten im Unternehmen ermöglicht. So hätte beispielsweise Pfizer die Entwicklung ihres blutdrucksenkenden Mittels einfach als Misserfolg ad acta legen können. Alexander Fleming hätte die Petrischalen mit den vernichteten Bakterienkulturen auch einfach in den Müll werfen können. Und der US-amerikanische Radaringenieur hätte sich einfach nur darüber ärgern können, dass ihm sein Schokoriegel bei der Arbeit an einer Radarstation in der Hosentasche geschmolzen ist.

Selbst innovative Zu- und Glücksfälle brauchen also ein Umfeld, das deren Entstehung und Entdeckung erst ermöglicht. Es braucht Prozesse und Menschen, die weiterdenken, die es erlauben, Potenziale zu erkennen, und die durch einen offenen Umgang mit Misserfolgen und unvorhergesehen Änderungen die Möglichkeit bieten, dies weniger als Bedrohung des Projekterfolgs, sondern als Chance zu begreifen und daraus zu lernen.

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Ein solches, innovationsfreundliches Umfeld ist jedoch weder Zufall noch Glücksacke! Innovative Unternehmen sind Wiederholungstäter. Innovation lässt sich zwar nicht so steuern wie ein Produktions- oder ein Vertriebsprozess, aber es gibt klare Erfolgsrezepte bzw. handfeste Prinzipien, nach denen gehandelt wird. Letztendlich folgen alle Formen der Innovation einem ähnlichen Muster. Natürlich gibt es im Abhängigkeit des jeweiligen Unternehmenskontextes wichtige Unterschiede, aber der Kernprozess, der den Innovationserfolg antreibt, ist ziemlich ähnlich. Um die dauerhafte Innovationsfähigkeit zu sichern, erfordert es eine strukturierte und systematisierte Herangehensweise, die Verankerung in der Unternehmensstrategie, sowie die Schaffung einer innovationsfreundlichen Unternehmenskultur.

Was können KMU aus diesem Mythos lernen?

Innovation ist komplex und unsicher. Als Unternehmen ist es wichtig sich aktiv damit auseinanderzusetzen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Erkennen und Ausschöpfen von Potenzial erlauben. Durch unterschiedliche Gestaltungsansätze, wie beispielsweise der Gedanke, dass Innovation als Querschnittsaufgabe für das gesamte Unternehmen gilt, kann eine innovationsförderliche und -freundliche Unternehmenskultur gestaltet werden. Die grundlegenden „Erfolgsrezepte“ für Innovation stehen somit auch jedem KMU offen, ohne dass hierfür exorbitante Investitionen in F&E, Labore und neue Technologien notwendig sind. Und dann passieren „Zufälle“ und „Glücksmomente“ fast von alleine…

Im DIH West haben wir es uns zum Ziel gesetzt, KMU bei der Stärkung ihrer Innovationsfähigkeit zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Gedanke an und die Offenheit für lebenslanges Lernen. In unseren Workshops und Basisschulungen unterstützen wir UnternehmerInnen und MitarbeiterInnen beim Auf- und Ausbau neuer Kompetenzen und Fähigkeiten, um sie für die steigende technologische und organisatorische Komplexität digitaler Innovationsprozesse fit zu machen.

Das MCI unterstützt und begleitet Unternehmen wissenschaftlich mit neuen methodischen Ansätzen des Innovationsmanagements. Im Workshop Programm 2021 werden wir uns auf die Themen Innovationsmanagement 4.0 und Ideenmanagement konzentrieren.

Im Workshop „Innovationsmanagement 4.0 in KMU“ am 15.04.2021 werden wir gemeinsam in einem virtuellen Setting diskutieren, wie KMU die Potenziale digitaler Technologien identifizieren, evaluieren und diese auswählen können, um somit den Grundstein für ein verbessertes Management des unternehmensspezifischen Technologieportfolios zu legen. Alle weiteren Termine finden Sie unter dem Schwerpunkt „Innovationsmanagement“ auf der DIH West Webseite.

Es gibt noch Plätze – wir freuen uns auf Sie!

FH-Prof. Dr. Oliver Som

FH-Prof. Dr. Oliver Som

Department Wirtschaft & Management, MCI
oliver.som@mci.edu

 

Juliana Pattermann

Juliana Pattermann

Department Wirtschaft & Management, MCI
juliana.pattermann@mci.edu